„Energy Sharing“ (ES) ist fast schon ein Zauberwort: Es bezeichnet den gemeinschaftlichen Eigenverbrauch von Stromerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien über das öffentliche Netz hinweg. Damit bietet Energy Sharing die Möglichkeit der direkten Teilhabe am Ausbau der Erneuerbaren für verschiedene Akteursgruppen, auch Bürgerinnen und Bürger, die keine eigene Solaranlage auf ihrem Dach installieren können.
Als Teil der EnWG-Novelle ist "Energy Sharing" seit dem 22.12.2025 Gesetz. Es müsste ab 1. Juni 2026 im Gebiet aller deutschen VNBs umgesetzt werden können! Und mitmachen können ganz viele Akteure: Betreiber- und Betreibergemeinschaften, Privatpersonen, die Körperschaften der öffentlichen Hand sowie kleine und mittlere Gewerbebetriebe, sogenannte KMUs.
Die Deutsche Energie-Agentur DENA hat schon 2024 in einem umfangreichen „Bericht zum Energy Sharing“ drei verschiedene Energy Sharing Umsetzungsmodelle herausgearbeitet. Im Kern unterscheiden sich diese Modelle in der Übernahme der sogenannten Lieferantenpflichten.
Unser DGS Experte Michael Vogtmann nimmt im Webinar zunächst eine energiewirtschaftliche Einordnung von Energy Sharing vor, interpretiert den Wortlaut des "Energy Sharing"- Gesetzes und präsentiert dann die drei denkbaren Modelle auf Basis des §42c (Teilversorgung) oder davon unabhängig (Vollversorgung). Im zweiten Block - dem Praxisteil - wird folgenden Fragen nachgegangen: Welche Herausforderungen müssen für die Umsetzung von Energy Sharing von verschiedenen Akteuren angegangen werden? Was leistet dabei das neue Energy Sharing Gesetz (und was nicht)? Wer kann mitmachen und wie kann das Konzept praktisch funktionieren? Geht es nur für Neuanlagen oder können Bestands- PV- und Windkraftanlagen mit eingebunden werden? Zum Abschluss des webinars erläutert stellt Michael Vogtmann einige Modellprojekte vor.
Inhalte
Block I: Energiewirtschaftliche Einordnung
- Einleitung Energy Sharing Communities
- EU-Gesetzgebung: Renewable Energy Directive
- Energy-Sharing Teilversorgung §42c EnWG vs. Vollversorgung nach EU-Recht und auf Basis Messstellenbetriebsgesetz und EnWG
- Energiewirtschaftliche Umsetzung: Relevante Marktrollen und Umsetzungsmodelle
Block II: Geschäftsmodelle und Modellprojekte
- Rolle der „Stakeholder“ vor Ort:
- Prognose ES-Community Direktverbrauchs- und Selbstversorgungsquote
- Rolle von EVU, MSB, VNB und IT-Dienstleister
- Kosten- und Nutzenanalyse von Energy-Sharing-Projekten
- Praxis des Energy Sharing: Modellprojekte Wunsiedel, Bakum, Frettstadt/Pettensiedel, Seebachgrund b. Erlangen
Veranstalter
Solare Dienstleistungen GbR
Referent:innen
Michael Vogtmann, DGS Franken
Zielgruppe
Das Webinar richtet sich insbesondere an bestehende und neue in Planung befindliche Bürgerenergiegenossenschaften sowie an Klimaschutzbeauftragte, Energieagenturen und interessierte Bürger*innen. Darüberhinaus aber auch an die anderen weitere Akteure, die bei einer "Energy Sharing Communitie“ mitmachen und Miteigentum erwerben können. Die Kommunen sowie alle KMUs (gemäß EU-Definition) mit Ausnahme von hauptamtlichen EVUs. Und natürlich auch an die Projektentwickler und Solarteur*innen, welche die neuen ES-Anlagen ja planen, verkaufen und bauen sollen!
Methodik
Vortrag / Präsentation mit Fragerunde (per Chat-Funktion)
Equipment
Internetfähiger PC und Headset oder Telefon
(Das Webinar wird nicht aufgezeichnet)
Buchung und Abrechnung über
Solare Dienstleistungen GbR